Cloud Computing wird Heimkonsolen aussterben lassen

PS4-vs-Xbox-One-700x393[1]Michael Pachter ist ja sehr umstritten mit seinen Aussagen. Dennoch behält er immer wieder mit seinen Prognosen Recht und hat ein gewisses Ansehen in der Fachwelt der Computerspiele. In einem neuen Interview äußert er sich zu zwei Dingen.

Zum einen zum Leistungsunterschied der Konsolen, die ein normaler Kunde laut ihm garnicht wahrnehmen kann und zum anderen über Cloud Computing. Gerade bei letzterem holt der Mann sehr weit aus und warnt davor, wirklich dauerhaft auf Cloud Computing zu setzen. Dies würde die Heimkonsole wie wir sie heute kennen nämlich sterben lassen und andere Anbieter wie Amazon, Google und Yahoo zu Marktführern machen! Aber lest selbst:

[quote]“Ich weiß es nicht. Ich finde es aber lustig, denn ich glaube, dass der Unterschied zwischen diesen beiden Konsolen im Bezug auf die Leistung eher eine Schlagzeile als eine praktische Sache ist. Es ist nämlich nicht so, dass jemand sagt, ‚Oh, wenn ich die Spiele Seite an Seite spiele, zockt sich die PS4-Version besser‘.“

„Ich meine, vielleicht schaut es besser aus, das sagen ja manche Leute, aber in der Regel laufen sie in derselben Geschwindigkeit, weswegen ich nicht wirklich verstehe, wie die Leute eigentlich sagen können, dass die eine Version besser ausschaut als die andere. Ich glaube denen nicht und ich weiß, dass jeder davon überzeugt ist, das doch beurteilen zu können, aber ich bin mir sicher, dass es der Durchschnitts-Kunde eben nicht kann. Deshalb glaube ich, dass es überhaupt gar keinen Unterschied machen wird und ich glaube auch nicht, dass Microsoft versuchen wird ‚die Power der Cloud‘ dazu zu nutzen, um irgendetwas auszugleichen.“

„Es ist wirklich eine interessante Angelegenheit, wenn du auf einmal Dinge in die Cloud verschiebst und wird ja auch mit PS Now so sein. Hat man also einmal Dinge in die Cloud verschoben, dann brauchst du eigentlich nur noch eine Datei, ein Client in deinem Laufwerk oder einen Nutzer auf deiner Konsole… aber eigentlich brauchst du überhaupt keine Konsole mehr. Warum kannst du dann nicht einfach den Client auf deinen FireTV von Amazon bringen und dann die Spiele dort zocken?“

„Deshalb glaube ich, dass die Konsolen-Hersteller den Cloud-Computing-Weg sehr vorsichtig beschreiten müssen, weil es ihre Maschinen sonst überholt wirken lässt. Ich meine, wenn wir nur in der Cloud arbeiten und eine Datei streamen, ist uns doch egal, welche Box jetzt dafür benutzt wird. Es ist ja nur eine Datei, die auf irgendeinem Server läuft.“

„Gehst du also in dieser Richtung, kannst du dann nicht sehen, wie Activision schon ganz aufgeregt erklärt, dass man sich jetzt einfach von Konsolen loslöst und keine Gewinnmarge mehr an Microsoft oder Sony oder GameStop zahlen muss und es möglich macht Call of Duty in der Cloud zu spielen? Das ist eines der Risiken, die ich mit dieser übergreifenden Strategie des Cloud Gaming sehe, es ist ein Problem mit Microsofts Schwerpunkt auf die Cloud und mit Sonys PS Now. Sie laufen Gefahr, dass ihre Konsolen unnütz werden.“

„Aber warum solltest du Microsoft dafür brauchen? Oder Sony? Vielleicht brauchst du dafür eher Google oder Yahoo oder Amazon. Ich meine, ich glaube das ein Teil des Denkprozesses hinter FireTV und möglicherweise einem Amazon Smartphone war, dass man zig Milliarden in Amazon Web Services investiert hat und liebend gerne die Cloud-Lösung für alles und jeden wäre. Und dann würde Microsoft verlieren, was Microsoft allerdings gar nicht mag. Ich glaube deshalb, dass es in Microsofts und Sonys Interesse läge, die Konsolen am Leben zu erhalten.“
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